Der SV Erlbach hat sich noch einmal prominent verstärkt: Dominik Șoptirean wechselt in die Holzbau-Grübl Arena. Für den 21-Jährigen bedeutet der Transfer eine Rückkehr in die alte Heimat und das Ende einer turbulenten Odyssee durch den rumänischen Profifußball, die binnen weniger Wochen gleich zwei Vereinsinsolvenzen umfasste.
Șoptirean stammt aus Neumarkt St. Veit, gerade einmal 25 Kilometer von Erlbach entfernt. Das Fußballspielen lernte er beim TSV Neumarkt St. Veit, ehe es ihn über die Jugend des SV Wacker Burghausen zum FC Augsburg zog. Dort spielte er von der U16 bis zur U19. Ein zu diesem Zeitpunkt ins Auge gefasster Wechsel in die 3. Liga zerschlug sich jedoch. Parallel dazu war Șoptirean, der auch die rumänische Staatsbürgerschaft besitzt, für die U19-Nationalmannschaft Rumäniens aktiv und bestritt vier Länderspiele gegen Mexiko, Japan, England und die Türkei. Diese Auftritte weckten das Interesse rumänischer Vereine, und Șoptirean entschied sich im Sommer 2024 für ein Angebot von CFR 1907 Cluj . Eine Parallele zum jüngst verpflichteten Tobias Horn, der ebenfalls den Weg von Augsburg nach Cluj einschlug, allerdings zu Universitatea.
Was ihm beim Wechsel versprochen wurde, erfüllte sich am Ende nicht. Die Verantwortlichen, die ihn nach Cluj geholt hatten, mussten kurz darauf gehen. Sportlich blieb Șoptirean dennoch gefragt und wurde mehrfach an Zweitligisten verliehen, wo er regelmäßig zum Einsatz kam. Im Sommer dann der nächste Rückschlag: CFR Cluj meldete Insolvenz an, Șoptirean war plötzlich vereinslos und kehrte zunächst nach Deutschland zurück. Kurz darauf kam ein Angebot vom ambitionierten FC Hermannstadt (Sibiu), bei dem er am 28. Juli einen neuen Vertrag unterschrieb. Nur drei Tage später, am 31. Juli und einen Tag vor dem ersten Saisonspiel musste er erfahren, dass sich auch dieser Klub nach dem Rückzug eines Investors in die Insolvenz begab und sämtliche Spieler freigestellt wurden. Für Șoptirean war damit klar: Das Kapitel Rumänien ist beendet.
In den folgenden Wochen führte er Gespräche mit mehreren Vereinen, am Ende setzte sich der SV Erlbach durch, wo man den Innenverteidiger schon seit Jahren auf dem Zettel hatte. Als er rumänischer U19-Nationalspieler wurde und den Schritt in den Profifußball unternommen hat, hatte man den Transfer aber eigentlich abgehakt. Zu unwahrscheinlich war ein Wechsel. Den Ausschlag für seine Entscheidung gab laut Șoptirean die große Wertschätzung, die ihm in den Gesprächen entgegengebracht wurde, allen voran von Sportdirektor Christoph Huber. Das Umfeld in Erlbach habe er von Beginn an als warm und familiär wahrgenommen, gleichzeitig werde hochklassiger Fußball geboten und der Verein habe erkennbar Ambitionen. Eine Kombination, die ihn überzeugt habe. Seine Erwartungshaltung an die neue Aufgabe ist klar umrissen: Der SV Erlbach verfüge über einen guten Mix aus erfahrenen und jungen, ambitionierten Spielern, das Umfeld sei top. Wenn der Verein weiter so ambitioniert arbeite, müsse der Aufstieg das erklärte Ziel sein, an dem er gerne mitarbeiten wird.
„Dominik ist ein Spieler, den wir schon seit mehreren Jahren auf unserer Liste hatten und dessen Entwicklung wir immer verfolgt haben.“, gibt der angesprochene Christoph Huber zu Protokoll. “Durch die Entwicklung bei seinem letzten Verein und die anschließende Vertragsauflösung hat sich dann plötzlich noch einmal eine außergewöhnliche Möglichkeit ergeben. Für uns war schnell klar, dass wir diese Chance nutzen wollen. Sportlich sind wir von Dominik schon lange überzeugt. Er ist hervorragend ausgebildet, bringt viel Qualität mit und hat trotz seines jungen Alters bereits Erfahrungen gesammelt, die alles andere als selbstverständlich sind.“ Und auch er lobt die gemeinsamen Gespräche zwischen ihm und den Neu-Erlbacher: „Die Gespräche mit ihm haben unseren Eindruck noch einmal bestätigt. Sie waren von Anfang an ausgesprochen offen und angenehm und haben unseren Eindruck bestätigt, dass es auch menschlich zwischen Dominik und uns hervorragend passt.“ Bereits am Freitagabend kann der SVE auf sowohl auf Șoptirean als auch auf Horn zurückgreifen. Für beide Spieler ist die Freigabe aus Rumänien mittlerweile erfolgt, die Spielerpässe sind ausgestellt. Somit kann Trainer Lukas Lechner gegen den TSV 1860 München II mit den beiden planen.








