Geradezu spürbar war die Last, die den Erlbacher Spielern und Verantwortlichen in der 85. Minute von den Schultern fiel. Soeben hatte der eingewechselte Neuzugang Thomas Winklbauer das erlösende 2:0 erzielt und das Eröffnungsspiel der Bayernliga Süd damit quasi entschieden. Vorher war die Partie über weite Strecken bei einer sehr stimmungsvollen Saisoneröffnung ein offenes Spiel zweier guter Mannschaften, in dem der SVE zur richtigen Zeit die Tore machte.
Den Erlbachern war nach schwieriger Vorbereitung die Anspannung anzumerken, zudem wollte man sich vor 1537 Zuschauern und zahlreichen prominenten Gästen wie BFV-Präsident Dr. Christoph Kern und Unterhaching-Präsident Manfred Schwabl als guter Gastgeber präsentieren. Vor dem Anpfiff wurde es emotional, erst wurde Erlbachs U17-Europameisterin Laura Dafinger (FC Bayern München) für ihren Titelgewinn geehrt, anschließend gab es Dank für Elisabeth Dobmeier von Antenne Bayern-Moderator Wolfgang Leikermoser. Sie hatte den zusammengebrochenen David Vogl vor wenigen Wochen auf dem Platz wiederbelebt. Hier fand auch BFV-Chef Christoph Kern emotionale Worte: „Ich bin stolz, Präsident eines Verbandes zu sein, der so tolle Menschen in seinen Reihen hat“. Nachdem die Spielerinnen der Damenmannschaft des benachbarten DJK-SV Geratskirchen die Teams der Bayernliga Süd präsentiert hatten, begann das Spiel und Erlbach fand gut in die Partie. Bis zur Trinkpause, die Schiedsrichter Johannes Wagner (DJK Ingolstadt) nach gut 25. Minuten anordnete, denn nun kippte die Partie immer mehr in Richtung der SpVgg Hankofen-Hailing. So ergaben sich auch Chancen für die Gäste, Baran Berk flankte von halbrechts mit in den Strafraum auf Tobias Lermer, dessen Flugkopfball das Tor nur knapp verfehlte (29.). Nur wenige Minuten später verfehlte Brian Wagner das Erlbacher Tor aus bester Position ebenfalls per Kopfball nur knapp (32.). Der Regionalliga-Absteiger war nun am Drücker, ein Schuss von Lermer wurde gerade noch abgefälscht (36.). Erlbach versuchte sich in die Halbzeitpause zu retten, kam dann aber überraschend zur Führung. Eine Ecke von links schlug Neuzugang Christoph Schulz zwischen Fünfmeterraum und Elfmeterpunkt, Levin Ramstetter löste sich im richtigen Moment und köpfte wuchtvoll zum 1:0 ein (45.). Erlbach hätte fast noch das 2:0 erzielt, Benjamin Schlettwagner eroberte einen zu kurz gespielten Ball der Hankofen-Defensive, kam vor Torwart Sebastian Maier an den Ball und spitzelte ihn in Richtung Tor. Ein Verteidiger konnte gerade noch vor Tobias Duxner klären (45.).
Für Duxner war in der Halbzeitpause Schluss, Lukas Lechner brachte den jungen Luis Dafinger, den Gewinner der Erlbacher Vorbereitung. Das Eigengewächs beackerte den linken Flügel, war stets anspielbar und sorgte mit seiner Schnelligkeit für einige gute Kontermomente. Schlettwagner spielte einen Ball an den langen Pfosten, wo Lenny Thiel, rechtzeitig wiedergenesen nach langer Verletzung, die Kugel nicht im Kasten versenken konnte (51.). Nun entwickelte sich ein typisches Erlbach-Spiel, der SVE kontrollierte aus einer sicheren Defensive heraus zunehmend das Spiel und lies kaum Abschlüsse zu. Bis zum Strafraum spielte Hankofen gefällig, im letzten Drittel des Felden gelang den Gästen aber kaum mehr etwas Zwingendes. In der 85. Minute schlug Schulz einen Freistoß fast von der Mittellinie in den Strafraum, der Ball war lange in der Luft, dennoch fühlte sich niemand für den eingewechselten Winklbauer zuständig. Der Ex-Profi der SpVgg Unterhaching und Bayreuth stand goldrichtig und köpfte zum 2:0 ein (85.). Das war die Entscheidung, Hankofen warf nun nochmal alles nach vorne. Winklbauer wurde steil geschickt, spielte den Ball schön quer auf Dafinger, der sein Debüt in der Bayernliga mit dem 3:0 veredelte (90.). Damit war das Spiel endgültig entschieden, wobei sich das Ergebnis deutlicher gestaltete, als es die Kräfteverhältnisse auf dem Platz aussagten. Das sah auch Hankofen-Coach Tobias Beck so: „Wir waren in der ersten Halbzeit klar dominanter, hatten einen klaren Plan, den die Jungs top umgesetzt haben. Wir müssen mit 1:0 in Führung gehen und dann ist es umso bitterer wenn man aus einer Standardsituation das Gegentor bekommt. Auch in der zweiten Halbzeit haben wir die Anfangsphase dominiert, waren dann aber nicht mehr zwingend genug. Am Ende ist Fußball ein Ergebnissport und da steht ein 3:0 an der Anzeigetafel. Erlbach hat verdient gewonnen“. Lukas Lechner sprach seinem Team nach schwierigen Wochen in der Vorbereitung ein großes Lob aus: „Wenn man vor so einer Kulisse mit 3:0 gewinnt, schweißt das zusammen.“. In der Spieleinschätzung gab er seinem Gegenüber Beck durchaus recht: „Nach der Trinkpause haben wir nicht mehr den Zugriff auf das Spiel gehabt wie in der Anfangsphase und Glück gehabt, nicht in Rückstand zu geraten. Dann haben wir unsere Standardqualität ausspielen können und uns belohnt. Dass wir in der zweiten Halbzeit dann so leidenschaftlich verteidigen konnten gegen einen sehr guten Gegner, der eine sehr gute Raumaufteilung hat, freut mich einfach.
Weber – Hahn, Obermeier, Seils (84. Linhart), Schulz – Sammereier, Lukic, Ramstetter, Schlettwagner (75. Adamhuber), Duxner (46. Dafinger), Thiel (68. Winklbauer)







