Zwei Spiele, zwei frühe Rückstände: Auch unter dem neuen Trainer Uwe Neunsinger kommt der SV Schalding-Heining nicht in Schwung. Schon bei Neunsingers Debüt gegen den SV Kirchanschöring (0:2) hatten die Passauer früh zwei Gegentore kassiert. Beim SV Erlbach dauerte es diesmal nur zwei Minuten, bis der Rückstand da war.
Vor 607 Zuschauern erwischten die Gastgeber einen Traumstart. Ein Einwurf wurde auf Lenny Thiel verlängert, der am Strafraum auf Christoph Schulz ablegte. Schulz stoppte den Ball, zog noch einmal kurz an und schloss platziert ins rechte Eck ab. Danach machte der SVE das Spiel, ließ Ball und Gegner laufen und kam zu weiteren Möglichkeiten. In der 20. Minute war Pascal Linhart nach einem Freistoß am langen Pfosten völlig frei, doch die Gäste konnten gerade noch klären. Nach einer halben Stunde folgte die bis dahin stärkste Phase der Hausherren: Einen Schuss von Ramstetter aus 18 Metern parierte Schaldings Torhüter Marius Herzig stark zur Ecke (31.), acht Minuten später scheiterte Milos Lukic nach einem Steckpass ebenfalls an Herzig (39.). Das zweite Tor wollte trotz großer Erlbacher Überlegenheit nicht fallen.
Auch nach dem Seitenwechsel lag der Ball meist in Schaldinger Hälfte. Die erste Gelegenheit der Gäste hatte Thomas Flieher in der 51. Minute. Dann bewahrheitete sich eine alte Fußballweisheit: Wer seine Chancen nicht nutzt, wird bestraft. In der 66. Minute setzte sich Quirin Stiglbauer bei einem der wenigen Entlastungsangriffe der mutiger gewordenen Gäste über die rechte Seite durch und wurde bei seinem Lauf über den halben Platz nicht gestoppt. Seine Flanke nahm Hannes Hobelsberger an und schloss trocken in die linke Ecke ab. Die Erlbacher hatten sich zuvor vom Gegner einlullen lassen.
Die Freude über den Ausgleich währte auf Schaldinger Seite nur kurz. Erneut dauerte es nur wenige Minuten, bis man einem Rückstand hinterherlaufen musste. Die Antwort des SVE kam prompt: Benjamin Schlettwagner schlug einen langen Ball aus dem Halbfeld, der an Freund und Feind vorbeiflog. Sebastian Spinner antizipierte schön, erlief sich die Kugel am Strafraum und traf mit viel Gefühl ins lange Eck. Ein sehenswertes Tor des Routiniers zum 2:1 (71.).
Die Vorentscheidung hätte kurz darauf fallen können: Nach einem Freistoß von Schulz nahm der eingewechselte Thomas Winklbauer den Ball perfekt volley, doch er landete an der Latte (76.). Das wäre beinahe seine nächste Bewerbung zum Bayerntreffer des Monats geworden. Vor dem Spiel wurde bekannt, dass Winklbauer diese Auszeichnung für den Monat September mit seinem Fallrückzieher gegen den FC Pipinsried gewonnen hatte. Auch Lukas Adamhuber, der von Winklbauer in Szene gesetzt wurde, verfehlte mit einem Lupfer das Tor nur knapp (81.). Schalding erhöhte in der Schlussphase zwar das Risiko, brachte den SVE aber nicht mehr in Bedrängnis. Das Team von Lukas Lechner spielte seine ganze Erfahrenheit und Defensivstärke aus und feierte am Ende einen hochverdienten Heimsieg.
„Man muss konstatieren, dass Erlbach auf einem anderen Level spielt als wir momentan, das hat jeder heute gesehen“, lautete das bittere Fazit von Neunsinger nach dem Spiel. „Es sind Fehler im individuellen und im taktischen Bereich, die einen immer wieder zurückwerfen. Im Vergleich zum Spiel letzte Woche war das aber ein Schritt vorwärts, so komisch das klingt“.
„Leider ist es ganz oft so bei uns, dass wir den Sack einfach nicht frühzeitig zu machen“, meinte SVE-Coach Lechner und zollte dem Gegner Respekt: „Schalding hat uns das Leben wirklich schwer gemacht und wurde von Uwe gut eingestellt. Uns hat heute die Lockerheit gefehlt, die individuelle Qualität auf unserer Seite hat uns heute die drei Punkte eingebracht“.
Durch den Sieg rückt der SV Erlbach nun auf Tabellenplatz zwei vor und ist bis auf einen Punkt an Tabellenführer Pipinsried dran.
SV Erlbach: Weber – Schulz, Linhart, Obermeier, Schlettwagner – Sammereier, Ramstetter (74. Adamhuber), Lukic, Duxner (80. Horn), Spinner (88. Kirchgessner) – Thiel (65. Winklbauer)








